Zweites Chemnitzer Märchenbuch erzählt vom magischen Geschichtenturm

Am 25. November 2022 präsentierte Oberbürgermeister Sven Schulze gemeinsam mit der Autorin Hannah Schmuck und zwei weiteren Gewinner:innen in der Stadtbibliothek das zweite Chemnitzer Märchenbuch.

Hannah Schmuck hat mit ihrem Text „Der magische Geschichtenturm“ aus mehr als 70 Einsendungen den Schreibwettbewerb „Dein Chemnitz. Dein Märchen“ gewonnen und erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Ihre Geschichte erzählt von dem mutigen und neugierigen Mädchen Fenja und Herrn Ohrenklang, der einen wundersamen Turm bewohnt. Letzterer gerät bald in Gefahr und damit auch alle Geschichten der Stadt.

Den zweiten Platz und 300 Euro hat Axel Gerhard mit seiner Geschichte „Unheimliche Geräusche in Rabenstein“ gewonnen. Darin steht Frosch Ferdinand im Mittelpunkt und sucht gemeinsam mit vielen anderen Tieren in Chemnitz nach der Ursache von merkwürdigen Geräuschen, die allen den Schlaf rauben.

Der dritte Platz und 200 Euro gehen an Monique Brucke für ihre Geschichte „Entenrennen mit ungeahnten Folgen“. Darin erlebt ein Quietscheentchen eine spannende Reise auf den Flüssen und Bächen der Stadt.

Im Bild (v.l.n.r.): Hannah Schmuck, Axel Gerhard, Monique Brucke und Oberbürgermeister Sven Schulze. (Foto: Philipp Köhler)

Oberbürgermeister Sven Schulze: „Drei neue, spannende und phantasievolle Märchen sind im zweiten Chemnitzer Märchenbuch zu lesen. Es zeigt Chemnitz aus ganz ungewöhnlichen Perspektiven und macht neugierig, die Stadt mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Das kann mit Kinderaugen oder aus der Froschperspektive sein. Gleichzeitig erzählen die Geschichten auch ganz viel über die Dinge, die uns in Chemnitz wichtig sind. Ich freue mich, wenn viele diese spannende Reise antreten und sich von den Märchen verzaubern lassen.“

Das Buch „Der magische Geschichtenturm“ wurde von der Chemnitzer Grafikerin Veronica Seidel mit großformatigen Bildern illustriert und wurde vom regionalen Verlag edition claus aus Limbach-Oberfrohna veröffentlicht. Es hat 52 Seiten und kostet im Buchhandel 14 Euro.

Eine erste Kostprobe des Buches können sich die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung „Die Weihnachtsmacher“ am Samstag und Sonntag, 26. und 27. November, jeweils 14 Uhr in der Stadthalle Chemnitz holen. Hannah Schmuck wird dort an beiden Tagen lesen. Das Programm findet im Raum „Vulcanus“ („Winterhütte“) des Carlowitz Congresscenters Chemnitz statt.

Weitere Märchen aus dem Schreibwettbewerb, die es nicht in das Buch geschafft haben, aber dennoch hörenswert sind, werden im Januar zur Siesta-Lesung in der Universitas-Buchhandlung (dienstags, 13 Uhr) vorgestellt. Auch in der Galerie „Karl liebt Käthe“ werden Lesungen stattfinden.
Die Jury bestand aus fünf Teilnehmer:innen: Veronika Ahnert, Gewinnerin des Märchenwettbewerbs der Stadt Chemnitz im Jahr 2021 und Autorin der Geschichte „Benno und der Hüter des Rätsels“; Robert Aßmann, Inhaber der Evangelischen Buchhandlung Max Müller und der Buchhandlung Universitas; Kerstin Dimter, Lehrerin am Chemnitzer Schulmodell; Cornelia Siegel, amt. Leiterin Europäische und Internationale Beziehungen, Protokoll, Stadt Chemnitz; Ulrike Abraham, Lektorin des Claus Verlages.

Im ersten Schreibwettbewerb 2021 wurde das Buch „Benno und der Hüter des Rätsels“ im vergangenen Jahr veröffentlicht.

Meinungen der Jury

„An den eingesandten Beiträgen kann man gut ablesen, zu welchen Orten in der Stadt die Chemnitzerinnen und Chemnitzer eine besonders innige Beziehung haben: Das sind zum einen die Parks und Wälder, die Schillingschen Figuren, der bunte Schornstein natürlich. Das ist spannend zu sehen. Berührt hat mich auch der liebevolle Blick auf die Stadt in allen Beiträgen.
Im Siegermärchen „Der magische Geschichtenturm“ wird ein kleines Mädchen zur Heldin und wir erfahren, wie der Schornstein zu seinen Farben kam. Die Geschichte ist eine Einladung, sich einen
kindlichen Blick auf die Welt zu bewahren. Denn dann scheint das Magische durch das Alltägliche – und macht bunt, was vorher trostlos war.“ (Ulrike Abraham)

„Es gibt wunderbare Wesen in Chemnitz. Das haben wir schon immer geahnt, aber jetzt haben wir einen Beweis. Mit Ferdinand Frosch, Edeltraud Ente, Paul Pinguin und vielen weiteren lustigen Gesellen begeben sich die Leserinnen und Leser auf eine spannende Reise. Sie führen uns in die Ortschaft Rabenstein und an viele andere liebenswerte Orte der Stadt. Eine amüsante Geschichte, bei von Zusammenhalt, Mut und Einfallsreichtum erzählt.“ (Cornelia Siegel)

„Das Märchen ‚Entenrennen mit ungeahnten Folgen‘ entführt uns in die Welt eines verlorengegangenen Quietscheentchens und lässt uns einen Teil der Chemnitzer Wasseradern aus ganz neuer Perspektive entdecken. Dabei öffnet die Geschichte einfühlsam die Augen für die Belange der Natur und verdeutlicht die Kraft von Freundschaft, Hilfe und Integration. Man kann gar nicht anders, als mit dem Entlein mitzufiebern!“ (Veronika Ahnert)

„Es war einmal, nein: Es ist wiedermal faszinierend, mit welcher Schaffenskraft so viele Chemnitzer kreative Naturmärchen, Erlebnisgeschichten und bunte Abenteuer während der Wintereinschränkungen Anfang 2022 niedergeschrieben haben. Vom fliegenden Karl Marx über technische Ausflüge mit der Straßenbahn und im Stadtverkehr bis zu den fantastischsten Troll- und Feengeschichten war eine Bandbreite liebenswerter Texte dabei.“ (Robert Aßmann)

Gleimhaus Halberstadt: Eröffnung der Karsch-Ausstellung zum 300. Geburtstag der Poetin

Plötzlich Poetin!? Anna Louisa Karsch – Leben und Werk der ersten deutschen Berufsschriftstellerin – Ausstellung zum 300. Geburtstag der Dichterin

Das Gleimhaus in Halberstadt eröffnet im Dezember die Jubiläumsausstellung zu Leben und
Werk von Anna Louisa Karsch, der ersten weiblichen, deutschen Berufsschriftstellerin. Die
Eröffnung am 1. Dezember 2022 um 19:30 Uhr ist der 300. Geburtstag der Poetin selbst. Die
Schauspielerin Ines Lacroix ist mit dem Monolog „dieses zu metall gebrannte herz“.als
Karsch zu erleben (Text: Annett Gröschner). Für das musikalische Programm sorgen Claudia
Oltzscher (Gitarre) und Uwe Schlottermüller (Flöte). Zu hören sind Werke verschiedener
Komponistinnen. Ab 02.12.22 ist die Ausstellung für das Publikum zugängig.

Anna Louisa Karsch (1. Dezember 1722 bis 12. Oktober 1791) war eine der wichtigsten und
eigenwilligsten Dichterinnen und Briefschreiberinnen ihrer Zeit. Sie wuchs in ärmlichen
Verhältnissen auf, war Rinderhirtin und Magd und wurde zur gefeierten Dichterin.
Leidenschaftlich warb sie um die Liebe von Johann Wilhelm Ludwig Gleim und ließ sich
schließlich auf eine Freundschaft ein. Im Gleimhaus, dem ersten deutschen Literaturarchiv,
befindet sich die größte Karsch-Sammlung mit über 2000 Briefen und Gedichten, dem
einzigen überlieferten Porträtgemälde sowie einem ganzfigurigen Denkmal. Die spektakuläre
Biografie der „Karschin“ hat schon die Zeitgenossen in Erstaunen versetzt. Sie starb in dem
Haus, das ihr der preußische König in Anerkennung ihrer Verdienste hatte bauen lassen.

Die Ausstellung aus Anlass ihres 300. Geburtstages beleuchtet Leben und Werk der
Dichterin. Deutlich wird, dass sie ihre ‚Entdeckung‘ selbst vorbereitet hatte und dass es ihr
gelungen ist, bis ans Ende ihres Lebens im Gespräch zu bleiben. In der Ausstellung werden
wichtige Aspekte ihrer Dichtung und ihres Briefschreibens näher beleuchtet.

Zur Ausstellung veröffentlicht das Gleimhaus im Wallstein Verlag eine Edition mit Briefen
und Gedichten (34,- €) sowie einen Begleitband mit Aufsätzen und Katalogteil (24,- €). Beide
Bücher sind ist im Museumsshop erhältlich. Weitere Publikationen zu Karsch durch andere
erweitern das Buchangebot zum 300. Geburtstag, so ein Karsch-Themenheft der Zeitschrift
„Das achtzehnte Jahrhundert“, herausgegeben von Nacim Ghanbari und Annika Hildebrandt,
und die biografisch angelegte Publikation von Annett Gröschner „Die Spazier-Gaenge von
Berlin – Anna Louisa Karsch (1722-1791)“.

Karsch-Flyer Titelseite, Quelle GLEIMHAUS

Die Ausstellung ist der Höhepunkt des Themenjahrs „Frauen und Künste“, welches das
Literaturmuseum anlässlich des 300. Geburtstages der Dichterin von April 2022 bis April
2023 veranstaltet.

Weitere Informationen zum Rahmenprogramm finden Sie unter www.gleimhaus.de.

Neue Ausstellung im Haus Schulenburg eröffnet

„Jüdische Architekten der Moderne und ihr Wirken in der Welt“ vom 12. November 2022 – 15. April 2023 in Gera

Frau Lena Saniye Güngör (M.Sc.), Mitglied des Thüringer Landtages, hielt im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin das Grußwort. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung organisierte aus ihrem Engagement für modernen Wohnungsbau heraus seit 2019 mehrere Ausstellungen von Jean Molitor. Es sprachen zur Eröffnung auch die Architekturhistorikerin Frau Dr. Katja Voss, die die Projekte von Jean Molitor seit 2019 wissenschaftlich unterstützt. Bildquelle: Haus Schulenburg
Der Kurator Dr. Volker Kielstein hatte Jean Molitor erstmals 2016 mit dem Projekt „bau1haus – die Moderne in der Welt“ im Henry van de Velde – Museums Haus Schulenburg vorgestellt. Er löste damit einen spektakulären Erfolg mit 34 nationalen und 8 internationalen Einzelausstellungen sowie 6 Buchpublikationen aus.  

Der Kurator, Dr. Volker Kielstein, hatte Jean Molitor erstmals 2016 mit dem Projekt „bau1haus – die Moderne in der Welt“ im Henry van de Velde – Museums Haus Schulenburg vorgestellt. Er löste damit einen spektakulären Erfolg mit 34 nationalen und 8 internationalen Einzelausstellungen sowie 6 Buchpublikationen aus.

Haus Schulenburg beherbergt ein Privatmuseum mit einer weltweit wichtigen Sammlung von Buchgestaltungen van de Veldes. Weiterhin zu sehen sind neben den originalen und mehrfach in der Fachliteratur publizierten Möbeln Architekturentwürfe, Stoffmuster sowie Veröffentlichungen des Künstlers. Die Spanne reicht von den neoimpressionistischen und abstrakten Anfängen um 1894 über den „Jugendstil“ bis hin zu konstruktivistischen Auffassungen der 20er und 30er Jahre. Seltene Bürgeler Keramiken, die unter dem Einfluss Henry van de Veldes Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden sind, runden die Ausstellung ab.  

Ergänzt wird die Sammlung im Haus Schulenburg durch Werke zahlreicher Künstler aus dem geistigen Umfeld Henry van de Veldes, beispielsweise durch Plastiken der Bildhauer Constantin Meunier und Richrd Engelmann sowie von Buchgestaltungen und originaler Buchgrafik des englischen Arts and Crafts-Künstlers Walter Crane. In der weiträumigen Diele hängen Bilder der Weimaer Portrait- und Blumenmalerin Hilde Linzen-Gebhard. Sie war Schülerin des in Amerika bekannten Impressionisten Garry Melchers (Art Institut Chicago, Museum of Modern Art New York). Seltene Bucheinbände und Entwürfe des van de Velde Schülers Thilo Schoder, die Buchkunst des bedeutenden Bauhausbuchbinders Otto Dorfner, seltene Grafikfolgen von Walter Klemm aus dem von Otto Dorfner geführten Reiher-Verlag locken alljährlich nationale und internationaler Kunstliebhaber in das Haus Schulenburg Gera.

Erfurt: Sonderausstellung „In and Out – Between and Beyond

Jüdisches Alltagsleben im mittelalterlichen Europa“ in der Alten Synagoge

Am heutigen Dienstag eröffnet in der Alten Synagoge in Erfurt eine neue Sonderausstellung: „In and Out – Between and Beyond. Jüdisches Alltagsleben im mittelalterlichen Europa“ ist in Kooperation mit der Hebrew University of Jerusalem und zeitgenössischen israelischen Künstlern entstanden.

Die Schau zeigt zeitgenössische künstlerische Arbeiten, die sich mit mittelalterlichem jüdischem Alltagsleben auseinandersetzen und dieses neu interpretieren. Den künstlerischen Arbeiten liegen die Forschungsergebnisse der Forschungsgruppe „Beyond the Elite. Jewish Daily Life in Medieval Europe“ an der Hebrew University of Jerusalem zu Grunde.

Die Ausstellung wurde von dieser Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Elisheva Baumgarten konzipiert. Ausgehend von den Forschungsergebnissen schufen sieben israelische Künstler zeitgenössische Kunstwerke, die sich mit den verschiedenen Aspekten des alltäglichen Lebens jüdischer Gemeinden im mittelalterlichen Aschkenas auseinandersetzen. Die von Dr. Ido Noy kuratierte Ausstellung ist 2022 erstmals außerhalb von Jerusalem zu sehen – in der Alten Synagoge Erfurt, wo sie in der Dauerausstellung in Dialog mit den authentischen Zeugnissen mittelalterlichen jüdischen Alltagslebens treten wird.

Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm erarbeitet, bestehend aus Führungen, Vorträgen, künstlerischen und pädagogischen Angeboten.

v. l. n. r.: Prof. Elisheva Baumgarten, Leiterin des Forschungsteams „Beyond the Elite“, Unesco-Beauftragte Dr. Maria Stürzebecher, Kurator Dr. Ido Noy

Die Veranstaltungen werden online bekannt gegeben unter: juedisches-leben.erfurt.de

Kunst-Plakate zum Krieg aus Magdeburgs Partnerstadt Saporischschja werden gezeigt

(Magdeburg, 2.11.2022) Kunst-Plakate zum Krieg aus Magdeburgs Partnerstadt Saporischschja werden gezeigt Vernissage in der Stadtbibliothek Magdeburg mit Videobotschaft der ukrainischen Künstlerin

Bis Weihnachten werden 25 Arbeiten der in Saporischschja lebenden Künstlerin und Aktivistin Natalia Lobach gezeigt, die in den zurückliegenden Monaten während der kriegerischen Auseinandersetzung entstanden sind. Die unmittelbar zugänglichen jeweils in weiß, schwarz und rot gehaltenen Bilder, versehen mit kurzen Statements, thematisieren zentrale Aspekte des Krieges sowie ukrainische Regionen und Städte.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat jüngst die Bedeutung deutsch-ukrainischer Städtepartnerschaften angesichts des anhaltenden Konflikts mit Russland unterstrichen. Magdeburgs ukrainische Partnergemeinde präsentiert sich jetzt mit der Ausstellung „Kunst im Krieg – Antikriegsplakate aus Saporischschja“ von Natalia Lobach in der Stadtbibliothek, die am Montag, 7. November, um 17 Uhr eröffnet wird.

Die mit Magdeburg seit vielen Jahren verbundene Großstadt am Dnepr befindet sich in großer Nähe des nach ihr benannten Atomkraftwerks. Seit Monaten in einer Frontlage, ist Saporischschja außerdem in diesen Tagen wiederholt schweren Bombardements ausgesetzt, so dass es niemandem aus der Partnerstadt möglich ist, persönlich zur Vernissage an die Elbe zu kommen. Die Künstlerin und Stadtplanerin Natalia Lobach hat aber eine eindringliche Videobotschaft übermittelt, die zur Ausstellungseröffnung gezeigt wird.

Bis zum 23. Dezember sind die insgesamt 25 Arbeiten Natalia Lobachs in der Zentralbibliothek zu sehen. Sie sind seit Ausbruch des Krieges unter dem Eindruck der Bedrohung und der Kampfhandlungen entstanden. Mit ihren kämpferisch-patriotischen Motiven verdeutlichen sie zentrale Aspekte des Konflikts aus Sicht der Angegriffenen. Die Künstlerin nutzt dazu unmittelbar bildhaft-allegorische Mittel, kombiniert mit knappen sprechenden Texten und Losungen.

Natalia Lobach ist Designerin und Koordinatorin der regionalen Niederlassung der „Insight LGBTQ“, einer Nichtregierungsorganisation in Saporischschja. Als Stadtplanerin steht sie für modernistische Architektur in ihrer Heimatstadt. Sie unterstreicht in ihrer Botschaft an Magdeburg, dass sie ihre Plakate den Städten und Dörfern der Region Saporischschja und anderen Regionen der Ukraine widmet, die sich derzeit in einer äußerst schwierigen Situation befinden und ihre Freiheit verteidigen.

Alle interessierten Gäste sind herzlich zur Vernissage von „Kunst im Krieg – Antikriegsplakate aus Saporischschja“ am Montag, 7. November, um 17 Uhr in der Zentralbibliothek der Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, eingeladen. Der Eintritt ist frei.


Die Stadtbibliothek Magdeburg ist eine öffentliche Kultur- und Serviceeinrichtung der Landeshauptstadt Magdeburg mit einem vielseitigen Angebot für alle Bürgerinnen und Bürger.

Bildquelle: www.mageburg.de

Mehr Infos auf www.magdeburg.de / Kultur & Sport.

Neue Ausstellung im Haus Schulenburg in Gera

Haus Schulenburg Gera, Haupteingang

(Gera, 2. 11. 2022) Haus Schulenburg zeigt großformatige schwarz-weiße Architekturaufnahmen des Berliner Fotografen Jean Molitor. Vom bekannten Potsdamer Einsteinturm (Erich Mendelsohn) über die Berliner Volksbühne (Oskar Kaufmann), die „Weiße Stadt“ in Berlin Reinickendorf (Bruno Ahrend) oder die ikonische Tankstelle von Arne Jacobson in Kopenhagen geht die Reise nach Tel Aviv mit seinen 4.000 Gebäuden der Moderne, weiter nach Havanna, bis zum Thomas-Mann-Haus von Julius Ralph Davidson in Los Angeles.

Viele Jüdische Architekten sind bis heute in Vergessenheit geraten. Sie wurden nach 1933 nicht nur verfolgt, sondern auch aus der Fachliteratur gestrichen. Architekten wie Erich Mendelsohn, Ossip Klarwein, Marcel Breuer oder Fred Forbat waren durch die politische Veränderung in Europa gezwungen zu emigrieren. Viele Schicksale verliefen tragisch. Oft wurden auch die jüdischen Bauherren totgeschwiegen und ihre Häuser enteignet.
Es ist der Verdienst von Jean Molitor, die Werke jüdischer Architekten in vielen Ländern aufgespürt und wieder sichtbar gemacht zu haben.

Seit 2008 fotografiert Jean Molitor die Architekturmoderne des 20. Jahrhunderts in etwa 40 Ländern. Das Henry van de Velde – Museum Haus Schulenburg stellte dieses Projekt 2016 erstmals unter dem Titel „bau1haus – die Moderne in der Welt“ vor und löste damit einen spektakulären Erfolg mit 34 nationalen und 8 internationalen Einzelausstellungen sowie 6 Buchpublikationen aus.
 
Die Ausstellung wird am 12. November 2022 um 15:00 Uhr eröffnet.

Frau Lena Saniye Güngör (M.Sc.), Mitglied des Thüringer Landtages und Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen hält das Grußwort.

Kirche Berlin Hohenzollernplatz, Ossip Klarwein, Foto: Jean Molitor
Kaufhaus, Breslau, Petersdorff, Foto: Jean Molitor
St. Petersburg, Textilfabrik „Rotes Banner“, Erich Mendelsohn, 1927, Foto: Jean Molitor
Los Angeles, Wohnhaus Thomas Mann, Julius Ralph Davidson, 1941, Foto: Jean Molitor

14. Dresdner Lyrikpreis geht an Pavel Novotný

(Dresden, 31. 10. 2022) Der 14. Lyrikpreis der Landeshauptstadt Dresden erhielt 2022 der tschechische Dichter Pavel Novotný. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre vergeben. Paul Henri Campbell erhielt den Publikumspreis, der von der Euroregion Elbe/Laabe gestiftet wird. Die Verleihung fand am Sonntag, 30. Oktober im Zentralwerk Dresden statt.

Bildquelle: tag24.de


Pavel Novotný, geboren 1976 im tschechischen Liberec, ist Dichter, Übersetzer und Germanist. An der Technischen Universität Liberec leitet Novotný den Lehrstuhl für deutsche Sprache und forscht an literarischen Collagen und Montagen. Außerdem übersetzt er Texte deutscher Autoren, darunter Hans Magnus Enzensberger und Thomas Bernhard, ins Tschechische. Novotný hat darüber hinaus auch eigene Gedichte und Prosatexte veröffentlicht und schreibt Radiokompositionen.

Aus der Begründung der Jury: „Pavel Novotnys Gedichte verwandeln die scheinbare Banalität des Alltags in poetische Erfahrung. Nicht das Ich steht dabei im Mittelpunkt, sondern die Personen, die es umgeben, mit denen es zu tun hat, die immer wieder plötzlich auftauchen, zu denen es irgendwie in Beziehung steht. Beiläufig, anhand von Erinnerungen, Begegnungen und Gesprächen offenbart sich so Leben. Auf schlichte wie kunstfertige Weise ändert sich dabei nach und nach die Perspektive, wird die vergehende Zeit sichtbar. Trotz ihres Momentums verkörpern diese Gedichte somit auch eine Chronologie des Daseins. (…) Letztendlich stellt einen diese Dichtung nicht nur vor die Frage, woran man sich erinnern kann, sondern auch, wie man in Erinnerung bleibt und mit der eigenen Vergänglichkeit umgeht. Dass sie diese Frage nicht symbolisch überlädt, sondern immer wieder aufs Neue eher nebenbei beantwortet, ohne dabei den Humor zu verlieren, macht sie so bedeutsam.“

Der Dresdner Lyrikpreis wird zur Förderung des gegenwärtigen poetischen Schaffens durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden alle zwei Jahre ausgelobt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Er richtet sich an Lyrikerinnen und Lyriker, die in deutscher oder tschechischer Sprache schreiben und in Europa leben.

Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus: „Einen Eindruck von den lyrischen Kunstwerken der Finalisten des diesjährigen Dresdner Lyrik-Preises konnten wir über die Einreichungen der Poesiefilme online (dresdner-lyrikpreis.org) und zur Finallesung in ganzer Vielfalt erleben. Und das ist es, was Kunst und Kultur wie Gesellschaft ausmachen sollten: Vielfalt in Inhalt und Form. Die Jury für die Vergabe des Lyrikpreises und auch das Publikum beim Voting für den Publikumspreis hat es insofern nicht leicht gehabt, sich für einen Preisträger zu entscheiden. Ich gratuliere Pavel Novotný und Paul Henri Campbell.“

Eine Vorjury aus tschechischen und deutschsprachigen Mitgliedern nominierte aus den über 550 Einreichungen zehn Finalistinnen und Finalisten. Die Hauptjury bestehend aus Andreas Heidtmann, Susanne Krause, Juliane Moschell, Eileen Mühlbach, Kerstin Preiwuß, Jan Škrob sowie Marie Šastná tagte im Anschluss an die am 29. Oktober stattfindende Finallesung. Auch das Publikum hatte die Möglichkeit digital und vor Ort mitzustimmen. Der Publikumspreis ging dieses Jahr an den Dichter Paul Henri Campbell.

Campbell, geboren 1982 in Boston (USA), studierte Klassische Philologie (Griechisch) und Katholische Theologie in Frankfurt am Main und der National University of Ireland. Er verfasst hauptsächlich Lyrik. Bisher erschienen u. a die Gedichtbände: „nach den narkosen“ und „innere organe“.

Die Verleihung des 14. Lyrikpreises ist online einzusehen unter: Verleihung des 14. Dresdner Lyrikpreises – YouTube

Der Lyrikpreis 2022 wurde mit folgenden Partnern und Förderern umgesetzt:
Netzwerk Lyrik, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Èeské literární centrum, Euroregion Elbe/Labe, Literaturzeitschriften Tvar und Host



1. Tag der Heimatvereine: Neue Plattform für die Vernetzung der Kultur- und Heimatvereine

(Magdeburg, 14. Oktober 2022) Kulturstaatssekretär Dr. Sebastian Putz hat am 14. Oktober in Reesen (bei Burg) mit dem „1. Tag der Heimatvereine in Sachsen-Anhalt“ den Startschuss für eine neue Phase des Vereinsnetzwerkes des Landesheimatbundes (LHB) gegeben. Die Veranstaltung bietet den Heimat- und Kulturvereinen Sachsen-Anhalts eine Plattform für überregionale Vernetzung und individuellen Erfahrungsaustausch sowie Weiterbildungsmöglichkeiten zu aktuellen Fragen der Vereinsarbeit.

Putz: „Mit diesem Vernetzungstreffen steht der Landesheimatbund den Vereinen und Engagierten als zentraler Ansprech- und Servicepartner zur Verfügung und wird weiter seinen Beitrag zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vor allem im ländlichen Raum leisten.“

Der Staatssekretär hob hervor, dass dieses Engagement für den Erhalt der Lebensqualität besonders in den Dörfern und Kleinstädten nicht unterschätzt werden dürfe. Es seien gerade die lokalen Kultur- und Heimatvereine, die hier Angebote und Feste organisieren, die Heimatgeschichte erforschen sowie Dorfgemeinschaftshäuser, Dorfläden oder sogar Schwimmbäder betreiben.

An die Teilnehmer der LHB-Mitgliederversammlung gerichtet sagte Putz: „Sie als Aktive haben mit dem Landesheimatbund als Ihrem Dachverband die Möglichkeit, in diesem Netzwerk auf Ihre Belange deutlich hinzuweisen. Nutzen Sie das Netzwerk als ein Instrument der Sensibilisierung für das bürgerschaftliche Engagement, für Ihre Bedürfnisse und Fragen an kommunale Akteure und an die Landesregierung.“

Hintergrund: 2019-2022 wurde im Rahmen des Bundesprogramms LANDkultur das Kulturerbe-Netz Sachsen-Anhalt aufge­baut. In mehr als 30 Regionalwerkstätten wuchs das Netz der Engagierten und der Vereine, die sich regelmäßig trafen und ihre Erfahrungen austauschten. Die damit verbundene Koordination wurde nunmehr in die beim LHB angesiedelte Ser­vicestelle für bürgerschaftliches Engagement im Kulturbe­reich integriert und damit verstetigt.

„Mein Traum von Zukunft“

Kunstausstellung von Kindern – Galerie „KarlliebtKäthe“ und im Foyer des TIETZ

In der Galerie „KarlliebtKäthe“ und im TIETZ-Foyer wurde am am 28. September 2022 die Ausstellung der Kunstwerke des Malwettbewerbes „Mein Traum von Zukunft“ eröffnet.

Die jungen Künstlerinnen und Künstler, die sich beteiligt haben, deren Verantwortliche sowie Medienvertreterinnen und -vertreter waren herzlich zur Eröffnung eingeladen.

Die Ausstellungseröffnung bildet den Abschluss in der Veranstaltungsreihe um den Weltkindertag. Die Partner:innen TIETZ, Volkshochschule Chemnitz, Unicef Chemnitz sowie die Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Chemnitz blicken auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit zurück.

Im Anschluss an die kleine Würdigungsveranstaltung bestand für die Kinder die Möglichkeit, hinter dem TIETZ unter professioneller Anleitung Graffiti mit Künstlern auf eine Leinwand zu sprühen.

Mit Mendelssohn und Mozart zurück auf die Bühne

(03. Juni 2022) Akademisches Orchester der Universität Magdeburg spielt nach dreijähriger Unterbrechung erstes Live-Konzert.

Das Akademische Orchester Magdeburg lädt nach dreijähriger Pandemieunterbrechung erstmals wieder zu einem Live-Konzert ein. Am 19. Juni 2022 spielt der Klangkörper der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in großer Besetzung im Audimax der Alma Mater. Unter Leitung des Dirigenten Mauro Mariani werden die rund 40 Musikerinnen und Musiker des Orchesters Werke von Mozart, Schubert, Beethoven und Mendelssohn aufführen. 

Das Akademische Orchester während der Probe im Hörsaal zum Sommerkonzert – das erste Live-Konzert nach dreijähriger Pandemieunterbrechung. Foto: Jana Dünnhaupt / Uni Magdeburg

Was: Sommerkonzert des Akademischen Orchesters Magdeburg
Wann: 19. Juni 2022, 18:00 bis 19:30 Uhr
Wo: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Gebäude 26, Hörsaal 1

Karten für das Sommerkonzert sind für 10 bzw. ermäßigt 5 Euro im Vorverkauf und an der Abendkasse erhältlich. Der Vorverkauf findet online unter www.events.ovgu.de/ticketsorchester.html sowie am 7., 13. und 15. Juni 2022, jeweils von 11 bis 13:30 Uhr auf dem Mensavorplatz statt. Weitere Informationen unter www.orchester.ovgu.de

Akademisches Orchester der Universität Magdeburg

Das Akademische Orchester wurde 1994 vom Dirigenten Peter Petkow, der Musikwissenschaftlerin Dr. Sigrid Hansen und dem Musikwissenschaftler Dr. Rüdiger Pfeiffer aus dem damaligen Institut für Musik der Universität Magdeburg gegründet. Seit 2012 steht es unter der Schirmherrschaft des Rektors der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. 

Das Orchester besteht aus etwa 40 Musikerinnen und Musikern; hauptsächlich sind es Studierende, Mitarbeitende und Alumni der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg sowie der Hochschule Magdeburg-Stendal. Seit 2020 leitet Mauro Mariani, Student für Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar, das Akademische Orchester.

Neben Studierenden und Mitarbeitenden der Otto-von-Guericke Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal sind Musikinteressierte aller Instrumentengruppen willkommen. Das Orchester probt immer mittwochs von 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr. Interessierte Musikerinnen und Musiker können sich via E-Mail unter aom-rat-l@ovgu.de an die Orchesterleitung wenden.